Burg Falkenstein


Hoch über der Selke, inmitten des Naturschutzgebietes, erhebt sich auf einem Bergsporn die Burg Falkenstein. 1120 wird Burchard von der Konradsburg erstmals als Herr zu Falkenstein genannt und seit 1155 tauchen die Falkensteiner als Grafen auf. Der letzte des Geschlechts, Burchard V., überträgt 1332 die Burg mit allen Besitzungen dem Bischof von Halberstadt und zieht sich ins geistliche Leben zurück. Zwei Jahre später stirbt er als Domherr in Halberstadt. Nach rund einhundertjähriger bischöflicher Herrschaft übernehmen 1437 die Herren von der Asseburg die Anlage. Ihre intensive Bautätigkeit im 15.-17. Jahrhundert wahrt jedoch den mittelalterlichen Grundcharakter der Burg. Im 19. Jahrhundert erlangen die nunmehrigen Grafen von der Asseburg-Falkenstein die Würde eines preußischen Hofjägermeisters. In ihrem Auftrag gestaltet der preußische Baumeister F. A. Stüler einige Innenräume im Stil der „Babelsberger“ Neugotik. Nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprechend, entfernte man im 20. Jahrhundert diese Fassung wieder. Das heutige Aussehen der Burg spiegelt das Zusammenspiel baugeschichtlicher Zeiträume, wie Romanik, Gotik, Renaissance und Barock wieder. Lässt man im Burghof seinen Blick schweifen, folgen dem reichen Fachwerk des Frauenhauses, das gotische Kapellenfenster, das Herrenhaus mit seinem romanischen Steinfundament und schließlich die drei Türme der Burg. Das Brunnenhaus auf dem Hof schützt die Zisterne, die zur Gründerzeit 20m tief in den Fels aus Grauwacke gehauen wurde. Im Innern der Burg erwarten den Besucher Gemälde, Möbel, Tafelgerät und wertvolle Jagdwaffen aus 5 Jahrhunderten. Im Erdgeschoss des Südflügels ist die spätgotische „Alte Küche“, die zu den wenigen noch funktionsfähigen Burgküchen gehört. Von der Küche aus führt eine Treppe in das Obergeschoss zum „Rittersaal“. Dieser gehört zu den schönsten Räumen der Burg und eine reich gedeckte Tafel erinnert hier an die Zeit der preußisch- königlichen Hofjagden. Schon im 19. Jahrhundert für Besucher zugänglich, öffnete 1946 ein Museum in der Burg seine Pforten. Seit 1998 wird das Museum Burg Falkenstein durch die Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt betrieben, die auch Eigentümer der Liegenschaft ist.

Burg Falkenstein- Mittelalterliche Recht und Sachsenspiegel
Im nordöstlichen Harz entstand um 1220/35 der Sachsenspiegel. Er beeinflusste im Zusammenhang mit dem Magdeburger Stadtrecht vor allem die rechtliche Entwicklung des Osteuropäischen Raumes. Der Legende nach soll Eike von Repgow sein Buch auf dem Falkenstein vollendet haben. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang mit der Burg. Graf Hoyer von Falkenstein förderte offenbar den Spiegler, wie die Reimvorrede des Werkes vermuten lässt. Gemeinsame urkundliche Erwähnungen und nicht zuletzt ein persönliches Interesse Graf Hoyers untermauern diese Verbindung. In der Ausstellung auf dem Falkenstein werden Entstehung und Wirkung des wohl bedeutendsten deutschsprachigen Rechtsbuches des Mittelalters dargestellt.

Falkenhof Burg Falkenstein
Die Falknerei hat eine lange Tradition. Schon vor rund viertausend Jahren bediente sich in bestimmten Gebieten der Mensch der Jagt mit abgerichteten Greifvögeln, um seinen Speisezettel zu bereichern. Die Beizjagt, d.h. die Jagt mit Hilfe bestimmter Greifvogelarten wie Habicht, Falke und Adler auf Haar- und Federwild, stand gerade im hohen Mittelalter in Blüte. Auf der Burg Falkenstein im Harz wird diese alte Kunst wieder gepflegt. Die Falknerei bietet unterschiedliche Greifvögel -Falken, Adler, Bussard, Geier und Uhu- die in der Saison täglich im freien Flug bewundert werden können.


Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt

Museum Burg Falkenstein
06543 Stadt Falkenstein/Harz OT Pansfelde

Tel.: (034743) 535590

Fax: (034743) 5355920

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.burg-falkenstein-harz.de

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
Montag - Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr

November bis März
Dienstag - Sonntag 10.00-16.30 Uhr
Mo ( außer an Feiertagen ) und am 24.12. geschlossen.

Letzer Einlass immer 30 min vor Schließung!

Fensterbild über dem Sachsenspiegel
Fensterbild über dem Sachsenspiegel

Toranlage
Toranlage