Jubiläumsveranstaltung der Ortsfeuerwehr Meisdorf

09.05.2017


Jubiläen in Meisdorf: Feuerwehr hat drei gute Gründe zum Feiern

 

 

Mit einem Umzug, angeführt vom Meisdorfer Spielmannszug, ziehen die Feuerwehrleute durch den Ort bis zum Depot.

Foto: Chris Wohlfeld
Von Rita Kunze 08.05.17, 11:58 Uhr

 

Mit einem Umzug, angeführt vom Meisdorfer Spielmannszug, ziehen die Feuerwehrleute durch den Ort bis zum Depot.
Nieselregen schreckt Feuerwehrleute nicht ab. Aber auch nicht die vielen Meisdorfer, die am Samstag ins Depot am Mühlplatz kommen, um den „Tag der Feuerwehr“ zu feiern. Über ihnen schwebt der Korb eines Hubrettungsfahrzeuges: Die sieben Ortswehren, die zur Stadtfeuerwehr der Stadt Falkenstein gehören, nutzen die Gelegenheit, ihre Einsatzfähigkeit zu demonstrieren. „Wir sind eine schlagkräftige Gruppe“, sagt der Meisdorfer Ortswehrleiter Stefan Kleimeyer. Und eine, die auf lange Traditionen bauen kann: Der Tag ist Anlass, gleich drei Jubiläen zu feiern: 125 Jahre Stiftungsfest der Feuerwehr Meisdorf, 45 Jahre Jugendfeuerwehr und 10 Jahre Kinderfeuerwehr.
Viele Angehörige der Feuerwehr sind inzwischen in der dritten oder vierten Generation dabei. Eine sogar in der fünften, betont Kleimeyer: Die 18-jährige Jessica Traut führt sozusagen das Engagement ihres Großvaters Wolfgang Traut fort, der mit 85 Jahren das älteste Mitglied der Wehr ist. Jessica gehört auch zu den vielen jungen Frauen, die in der Feuerwehr aktiv sind. Besonders auffällig ist das in der Kinder- und Jugendfeuerwehr: „Die Hälfte sind Mädchen“, sagt Kleimeyer. Erklären kann er das Phänomen nicht. „Als wir das Depot gebaut haben, gab es schon Fragen, wozu wir einen Damenumkleideraum und Damentoiletten brauchen. Später mussten wir noch einen extra Mädchenumkleideraum schaffen.“ In der Kinderfeuerwehr lernen zehn Mädchen und Jungen spielerisch die Wehr kennen. Sie kommen auch aus Pansfelde und Wieserode. Ähnlich ist das bei der elfköpfigen Jugendfeuerwehr: „Einer kommt aus Wieserode, weil es dort keine Jugendfeuerwehr gibt. Das machen wir seit Jahren so“, beschreibt der Meisdorfer Ortswehrleiter die Zusammenarbeit mit den Wehren der Nachbarorte.
21 Erwachsene schließlich sorgen für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. „Damit sind wir noch gut aufgestellt“, sagt Kleimeyer. Allerdings nützt die beste Einsatzstärke nur wenig, wenn sich nicht genug Fahrer finden lassen, die dank eines eigenen Lkw-Führerscheins ein Feuerwehrfahrzeug steuern können. „So ein Führerschein kostet, wenn man ihn privat bezahlt, zwischen 2.000 und 2.500 Euro“, so der Ortswehrleiter, der deswegen das Gespräch mit der Stadt sucht und um Unterstützung bittet. „Berufskraftfahrer sind ja selbst mit Lkw irgendwo unterwegs“, beschreibt Kleimeyer den Mangel an Fahrern. Die Führerscheine sind das eine, die zu steuernde Technik das andere Problem: „Wir sind mit der Stadt dabei, ein Fahrzeug mit Hilfe von Fördermitteln zu ersetzen“, sagt Kleimeyer und zeigt auf ein Tanklöschfahrzeug im Depot. Das ist Baujahr ’87 „und wurde schon in Ballenstedt ausgemustert“, beschreibt er die Übernahme des Gebrauchten. „Es ist schwierig, so ein Fahrzeug am Leben zu erhalten. Es gibt keine Ersatzteile mehr, da kann nur noch gebastelt und gebaut werden.“ (mz)