Wassermühle in Meisdorf

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Die Wassermühle wurde erstmals im Jahre 1512 erwähnt und in der Familie Banse immer wieder vom Vater auf den Sohn vererbt. Ab 1860 nahm die Entwicklung der Mühle einen stürmischen Verlauf. Eine Dampfmaschine ergänzte die Wasserkraft und aus der Handwerksmühle entstand ein Industriebetrieb mit angeschlossener Nudelfabrik. In den Wirren der Inflation und Wirtschaftkrise brach das Unternehmen zusammen, die Mühle kam zum erliegen und die Dampfmaschine, Nudelfabrik und Mühleneinrichtung wurde demontiert. 1932 kaufte Friedrich Bischof, der Großvater der jetzigen Müller, die Mühle und errichtete wieder eine Kleinmühle, die der vorhandenen Wasserkraft entsprach. Es konnten vier Tonnen Roggen oder Weizen in 24 Stunden vermahlen werden. 1953 übernahm sein Sohn Joachim Bischof den Betrieb. Anfang der 60er Jahre erfolgte auf Druck staatlicher Stellen eine Spezialisierung auf die Herstellung von Roggenmehl. Diese Spezialisierung wurde fast 30 Jahre beibehalten, erwies sich jedoch ab dem Sommer 1990 als Nachteil. Anfängliche Versuche auf der Spezialroggenmühle Weizen zu mahlen, schlugen fehl. So entschied man sich im Jahre 1993 eine zweite Produktionslinie für Weizenmehl zu bauen. Am 13. April 1994 überflutete das Jahrhunderthochwasser das Mühlengrundstück. Die Schäden, die durch das Hochwasser entstanden waren, konnten bis Ende des Jahres behoben werden und der Bau der Weizenmühle konnte beginnen. Zunächst wurde die Mühleneinrichtung in einer stillgelegten Mühle demontiert und nach Meisdorf geholt. Die Brüder Bischof entschieden sich einen leerstehenden Gebäudeteil zu renovieren und ihn als Standort für die neue Maschine zu nutzen, die am 4. Advent 1997 ihren ersten Probelauf hatte. Erwartungsgemäß gab es Anlaufschwierigkeiten, doch der zweite Anlauf war ein voller Erfolg. Seitdem wird auch Weizen zu Mehl verarbeitet, welches dann direkt an Bäckereien des Landkreises und in das Mansfelder Land geliefert wird. Natürlich kann in der Mühle u.a. auch Weizenmehl, Roggenmehl, Grieß oder Dunst (Nudelmehl) für den Hausgebrauch erworben werden. Jedes Jahr am Pfingstmontag, im Rahmen des bundesweiten Mühlentages werden Besichtungen durch den Altmüller und seine Söhne durchgeführt, um den Besuchern das Handwerk des Müllers näher zubringen.